kein Einstieg.
Das ist keine Empfehlung. Das ist keine Kann-Regelung. Das ist eine gesetzliche Pflicht – und wer es anders macht trägt die volle Verantwortung für das was passiert.
Der Sicherungsposten ist nicht einfach jemand der daneben steht und aufpasst. Er muss aktiv urteilen, entscheiden und handeln – und das ständig neu. Die Situation ändert sich. Er muss mithalten.
🔥 Brandwache
Zur Aufgabe des Sipos gehört auch die Brandwache. Er erkennt Brandgefahren, kennt die Feuerlöscher und weiß wie er im Ernstfall handelt.
🎯 Rettungskonzept
Er muss wissen wie er den Einsteiger retten kann. Nicht theoretisch – konkret. Mit diesem Gerät, aus diesem Behälter, in dieser Situation. Und er muss es ständig neu beurteilen.
📡 Kommunikation
Er hält Kontakt zum Einsteiger – über Seil, Lampe, Sprechanlage. Klare Signale vorher vereinbaren. Kein Raten, kein Interpretieren.
🚧 Absperrung
Sein Bereich ist gesperrt. Er ist weisungsbefugt in seinem Bereich. Unbefugte haben dort nichts zu suchen – egal wer sie sind.
🛠️ Equipment
Er kennt sein Equipment und beherrscht es. Höhensicherungsgerät, Rettungshub, Personenwinde – nicht erst im Ernstfall kennenlernen.
📋 Gasmesstechnik
Je nach Einsatz muss er freimessen können. Wichtiger Unterschied: Sipo nur als Posten – oder Sipo der selbst auch einsteigt. Das sind verschiedene Qualifikationen.
Das ist ein riesiger Unterschied – und wird zu oft gleichgesetzt. Wer nur als Sicherungsposten steht hat andere Anforderungen als jemand der selbst auch einsteigen geht.
Sipo – nur Posten
- Steht außen, geht nicht rein
- Kennt Rettungsgeräte und bedient sie
- Setzt Notruf ab
- Hält Bereich frei
- Kommuniziert mit Einsteiger
- Brandwache
- Kennt Abbruchkriterien
Sipo der einsteigt
- Alles wie Posten – plus:
- G26.3 Pflichtuntersuchung
- Vollständige PSA für den Einstieg
- Gasmesstechnik beherrschen
- Rettung von innen möglich
- Zweiter Sipo muss draußen bleiben
- Deutlich höhere körperliche Anforderung
⛔ Wer rettet den Retter?
Wenn der Sipo einsteigt um zu retten braucht es einen zweiten gesicherten Posten draußen. Wer alleine nachgeht stirbt ebenfalls – das sind keine Theorie-Unfälle. Das ist Realität. Niemals ohne zweite Person draußen nachgehen.
Der Sipo hat nicht nur Pflichten. Er hat auch Rechte – und die muss er kennen und durchsetzen.
✓ Der Sipo ist weisungsbefugt in seinem Bereich
- Er kann und muss Unbefugte aus seinem Absperrbereich verweisen – egal wer sie sind
- Er hat das Recht den Einstieg abzubrechen wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist
- Er hat das Recht auf Rettungsübungen – der Einsteiger hat das Recht darauf zu bestehen
- Er darf nicht gezwungen werden seinen Posten zu verlassen
- Er darf Anweisungen verweigern die gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen
"Raus aus meinem abgesperrten Bereich. Wir haben hier einen Einstieg."
Bevor irgendjemand irgendwas tut: Notruf absetzen. Nicht danach. Nicht währenddessen. Zuerst. Das Höhensicherungsgerät mit Kette oder Rettungshub kann jeder bedienen – aber wenn der Rettungsdienst zu spät kommt weil niemand früh genug angerufen hat ist alles zu spät.
Das Schlimmste was ein Sipo tun kann – außer nicht da zu sein:
Er denkt ich hätte etwas gesagt oder gezeigt – und zieht mich ohne Vorwarnung und ohne Signal raus. Oder er zieht am Seil um mir etwas mitzuteilen.
Nimm eine Lampe und gib Signal. Das Seil ist die letzte Verbindung zwischen Leben und Tod – kein Nachrichtenkanal. Wer daran zieht ohne klares Signal verwirrt, erschreckt und gefährdet den Einsteiger.
Diese Signale sind ein Beispiel – nicht Standard. Vor jedem Einstieg gemeinsam festlegen und bestätigen.
⚠️ Rettungsübungen sind Pflicht
Der Einsteiger hat das Recht darauf zu bestehen dass eine Rettungsübung durchgeführt wird – bevor der erste echte Einstieg stattfindet. Es geht nicht in erster Linie um Kraft. Es geht um Reaktionsschnelligkeit und darum das Equipment zu kennen und zu beherrschen. Wer das im Ernstfall zum ersten Mal macht ist zu spät.
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