Druckluft-Schlauchgerät
Bei Innendurchmesser ≥ 8 mm. Herstellervorgabe nach DGUV Regel 112-190.
Frischluft-Schlauchgerät
Bei Innendurchmesser ca. 25 mm. Gleiches Prinzip – Druckverlust begrenzt die Länge.
Warum genau 50m? Nicht weil die DGUV eine runde Zahl gewählt hat – sondern weil ab dieser Länge der Druckverlust im Schlauch dazu führt, dass bei schwerer Arbeit nicht mehr ausreichend Atemluft ankommt. Der Einatemwiderstand überschreitet den zulässigen Grenzwert. Wer mehr Schlauch nimmt bricht die Herstellervorgabe – und damit greift keine Versicherung.
⚠️ Flasche zwischenklemmen geht nicht. Der Gedanke liegt nahe – einfach eine Druckluftflasche in die Leitung einbinden um die Reichweite zu verlängern. Das ist kein zugelassenes System. Verschiedene Hersteller, verschiedene Anschlüsse, kein gemeinsames Sicherheitskonzept. Im Schadensfall kein Versicherungsschutz.
| Kriterium | Atemschutzkompressor | Druckluftflasche |
|---|---|---|
| Max. Schlauchlänge | ~50 m (Herstellervorgabe) | Abhängig von Flaschendruck |
| Personen gleichzeitig | Je nach Kompressorleistung | 1 Person pro Flasche |
| Zeitlich begrenzt? | Nein – läuft durch | Ja – Flasche leert sich |
| Luftqualität | DIN EN 12021 (muss geprüft werden) | DIN EN 12021 (bei Befüllung) |
| Mobilität | Kompressor muss stehen | Flexibel einsetzbar |
| Ausfall-Risiko | Kompressor kann ausfallen | Flasche ist autark |
| Warneinrichtung Pflicht? | Ja – bei CSA und Krebsstoffen | Ja – Druckwarner |
| Typischer Einsatz | Behältereinstieg, längere Arbeiten | Kurze Einsätze, mobil |
| Stoff | Grenzwert | Warum gefährlich |
|---|---|---|
| Kohlenmonoxid (CO) | max. 5 ml/m³ | Bindet Hämoglobin – kein Geruch, kein Alarm |
| Kohlendioxid (CO₂) | max. 500 ml/m³ | Atemstimulanz, Bewusstlosigkeit ab 5% |
| Öl (Tröpfchen/Nebel) | max. 0,5 mg/m³ | Lungenschäden, Lipidpneumonie |
| Wasser | Taupunkt definiert | Vereist Lungenautomat bei Kälte |
| Geruch/Geschmack | Geruchsfrei Pflicht | Sonst Verunreinigung |
ℹ️ Wann prüfen?
Die DGUV gibt keinen fixen Prüfintervall vor – der Unternehmer ist verantwortlich. In der Praxis: mindestens jährlich oder nach Wartung des Kompressors. Prüfung durch akkreditiertes Labor. Ergebnis dokumentieren.
Pflicht bei CSA + Schlauchgerät
Beim Einsatz von Chemikalienschutzanzügen mit Druckluft-Schlauchgerät ist eine Warneinrichtung gegen Ausfall der Luftversorgung Pflicht – besonders bei krebserzeugenden Stoffen und Mikroorganismen.
Stickstoff-Verwechslung
Wo Druckluftnetze und andere Druckgasnetze nebeneinander laufen (z.B. N₂): Anschlüsse müssen nicht verwechselbar sein. Stickstoff in der Atemmaske = sofort bewusstlos, kein Vorwarnung.
| Regelwerk | Inhalt |
|---|---|
| DGUV Regel 112-190 | Benutzung von Atemschutzgeräten – Hauptwerk, Schlauchlängen, Auswahl |
| DIN EN 12021 | Druckgase für Atemschutzgeräte – Luftqualität |
| DIN EN 138 | Frischluft-Schlauchgeräte |
| DIN EN 14594 | Druckluft-Schlauchgeräte mit kontinuierlichem Luftstrom |
| DGUV Grundsatz 312-190 | Ausbildung im Atemschutz |